Alles zum Thema Hundefutter

Wissenswertes im Überblick

Die wichtigsten Futterarten im Überblick und kurz erläutert

Trockenfutter

Ein Alleinfuttermittel für Haustiere, das aus trockenen/getrockneten einzelnen Zutaten besteht. Die Restfeuchteanteil liegt bei durchschnittlich 10%.

 

Halbfeuchtes Futter

Unterscheidet sich vom Trockenfutter im Anteil der Restfeuchte, welche im Durchschnitt bei 25-30% liegt und damit meist schon den Einsatz von Konservierungsmitteln nötig macht.

Wichtig ist zu beachten, dass der Energiegehalt von halbfeuchten Futter meist 10% niedriger ist, als der von Trockenfutter und dementsprechend auch die Fütterungsmenge eine andere ist. 

 

Nassfutter

Die Ausgangsmaterialien entsprechen dem vom Trockenfutter, jedoch wird hier nicht der Trocknungsprozess durchlaufen, sondern meist durch die Beigabe von Verdickungs- und Geliermitteln das Wasser gebunden und durch eine Hitzebehandlung haltbar gemacht. 

 

B.A.R.F.

Bedeutet auf Deutsch "biologisch artgerechtes rohes Futter" und bezeichnet die Fütterungsmethode, bei der rohes Fleisch, rohe Knochen, rohe Innereien und manchmal noch eine rohe Gemüse/Obstkomponente und ggf. Kohlenhydrate verfüttert werden, unter dem Hinweis der Abstammung unserer Haushunde vom Wolf und dessen Ernährung in der freien Wildbahn. Hierbei können sich die verschiedenen Bestandteile auf verschiedene Mahlzeiten aufteilen. 

 

Raw and meaty Bones

Rohfuttermodel, das allerdings auf 70% fleischeigen Knochenanteil und 30% Fleischbrocken und Tischresten setzt.

 

Prey Model Raw

Ebenfalls ein Rohfütterungsmodel, jedoch komplett ohne pflanzliche Bestandteile und Kohlenhydrate, Unterscheidung in zwei Modelle:

- es landen ganze Beutetiere im Napf wie Kaninchen und Hähnchen

- bei einer Mahlzeit wird versucht, ein ganzes Beutetier durch die einzelnen Bestandteile des Futters "nachzubauen", d.h. Innerein, Knochen, Fleisch in einer Mahlzeit

 

Allesfütterer

Es wird querbeet gefüttert, keinem bestimmten Konzept gefolgt, aber von allem ein bisschen. Roh, gekocht, Trockenfutter, Nassfutter, Essenreste - alles, was es gibt. 

 

Irrtümer, Mythen und Wahrheiten rund um das Thema Trockenfutter

Fütterungsangaben auf der Verpackung

Die Angaben auf der Verpackung sind meist Durchschnittswerte. Nur welcher Hund ist schon Durchschnitt?

100g Futter mehr oder weniger - denken Sie vielleicht. Aber wussten Sie, dass 100g Trockenfutter über 300 kcal haben kann? Und kennen Sie den realen Energiebedarf Ihres Hundes?

Für die Futtermittelhersteller ist ein normal aktiver Hund, wenn er 3 x täglich Gassi geht, ein bisschen rennt, ein bisschen spielt, ein bisschen tobt, vielleicht mal am Fahrrad mitläuft. Auch Körpergröße und Gewicht sind bei Ihrem Hund individuell - auf den Verpackungen der Durchschnitt. 

Und was ist mit den Knabbereien nebenbei? Ein Futtermittelhersteller berücksichtigt bei seinen Fütterungsempfehlungen nicht das "Gute-Nacht-Leckerchen" und auch nicht das Leberwurstbrötchen. 

 

Trockenfutter quillt

Und das ist auch gut so, denn es soll ja satt machen. Aber haben Sie schon mal das Quellvermögen eines Brocken Ihres Trockenfutters beobachtet?

Legen Sie mal einen Brocken Trockenfutter in ein Glas Wasser und schauen, was geschieht.

Kaltgepresstes Futter zerfällt und fasert aus, unter Erhitzung hergestelltes Trockenfutter saugt sich voll und vergrößert sein Volumen deutlich.

Genau das geschieht auch im Hundemagen. Das Futter quillt und quillt und kann zu Blähungen führen und das Risiko einer Magendrehung erhöhen.  

Deshalb ist es besser, Trockenfutter vor der Fütterung mit etwas Wasser einweichen zu lassen. 

 

Trockenfutter reinigt die Zähne

So heißt es zumindest manchmal. Haben Sie schon mal Ihren Hund beim Kauen von Trockenfutter beobachtet? Oder nimmt er eher das Maul voll, kaut eventuell 1-2 Mal, bevor er es runterschluckt? Oder schluckt er die Brocken im Ganzen? Egal wie er Trockenfutter frisst, eine reinigende Wirkung auf die Zähne wird es nicht haben. 

Denn Trockenfutter hat eher die Konsistenz eines Kekses.

Testen Sie selbst, was passiert, wenn Sie einen Butterkeks kauen. Danach brauchen Sie eher eine Zahnbürste, als dass Sie einen Zahnreinigungseffekt haben.

Greifen Sie aber nun bitte nicht beim nächsten Einkauf zu sogenannten "Denta-Stix". Die enthalten jede Menge Zucker, Kohlenhydrate und co. und haben eher einen Effekt beim Gewicht, als an den Zähnen.

Halten Sie lieber Ausschau nach getrockneter Rinderkopfhaut, Büffelhautknochen und co - das ist gesünderes Zähneputzen für den Hund. 

 

Vitamin K 3 ist krebserregend

Wussten Sie, dass der Körper (auch Ihrer) Vitamin K braucht, für die Blutgerinnung und um eine Anämie zu verhindern? Die Vitamine der K Gruppe werden durch den Magen-und Darmtrakt verstoffwechselt. Vitamin K 3 ist ein künstlich hergestelltes Vitamin (hitzebeständig), welches den meist mit Hitze verbundenen Herstellungsprozess bei Hundefutter übersteht. 

In der Humanmedizin ist es jedoch verboten. Warum? Es wurde lange Zeit in extrem hoher Dosierung (1000mg) parenteral gespritzt, um Gelbsucht vorzubeugen. 

Für Hundefutter gilt jedoch, dass die verarbeiteten Mengen von 1-8 mg/kg, zusätzlich vom Hund noch über die Verdauung verstoffwechselt, nicht schädlich sind und auch nicht krebserregend. 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt dazu.

"Es besteht wissenschaftlicher Konsens, dass die zugelassenen Vitamin K-Verbindungen in niedrigen Dosierungen, wie sie im Futter eingesetzt werden, keine Gefährdung der Gesundheit der Zieltierart und keine Gefährdung der Gesundheit des Anwenders oder des Verbrauchers darstellen. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung liegen bis zum heutigen Tag keine wissenschaftlich begründeten Hinweise vor, die es zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechtfertigen würden, dass Vitamin K toxikologisch nachbewertet werden müsste."

(Quelle:Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).: Stellungnahme zu Einsatz von Vitamin K in Tierernährung )

 Schmeißen Sie den Sack Trockenfutter also nicht gleich in die Ecke, wenn K3 drauf steht, Ihr Hund braucht die K-Vitamine. 

 

Grieben

Wussten Sie, dass Grieben in einigen Regionen Deutschlands als Delikatesse gilt? Für Menschen? Schön mit Zwiebeln und Äpfeln ausgelassen und ein bisschen gewürzt und fertig ist das Abendbrot. 

Dennoch stößt man gelegentlich auf die Meinung, dass Grieben nichts in Hundefutter zu suchen hat. 

Fett ist jedoch für unsere Hunde DER Energielieferant. Tierisches Fett. Fleisch an sich hat jedoch durchschnittlich und je nach Art unter 15% Fett. 

Fett im Hundefutter hat also durchaus Sinn und seine Daseinsberechtigung und sollte nicht pauschal zu einer Beurteilung "schlechtes Futter" führen. 

 

Tierische Nebenerzeugnisse

Ja bitte! Denn unter tierischen Nebenerzeugnisse versteht die Deklaration vor allem Produkte, die bei der Verarbeitung geschlachteter Tiere anfallen und nicht für den Verzehr von Menschen geeignet sind, die aber für den Hund wichtig sind: 

das sind u.a. Herz, Lunge, Euter, Knochen, Knorpel (Vitamine, Calcium etc.).

Diese Produkte dürfen allerdings in der EU (§17 Futtermittelgesetzbuch) nur von Tieren stammen, die für die Fleischerzeugung geschlachtet werden, also nicht von Tierkadavern.

Falls Sie Bedenken haben, das Gesetz unterteilt klar und verbietet strikt:

Kategorie 1: 

"Heim-, Zoo-, Versuchs-, Zirkus-, Wildtiere": diese Kadaver müssen in speziellen Einrichtungen verbrannt werden und sind im Hundefutter strikt verboten. 

Kategorie 2: 

"Schlachttiere, die nicht durch Schlachtung für den Verzehr gestorben sind, Schlachtkörperteile mit Krankheitsmerkmale, Gülle, Erzeugnisse tierischen Ursprungs mit Rückständen von Tierarztneimitteln, Magen- Darminhalte" - ebenfalls für Tierfutter strikt verboten. 

"Tierische Nebenerzeugnisse" sind also - abhängig von den anderen Inhaltsstoffen des Futters zu betrachten und können durchaus ihren Sinn im Futter haben.

 

Von Arigin bis Tocopherol

.... und andere giftig klingende Bestandteile, die aber wichtig sind: 

Arigin = Aminosäure und wichtig für Immunsystem und Hormonbildung

Docosahexaensäure = ungesättigte Fettsäure und wichtig für Blutdruck, Herzfunktion und Sehkraft

Eicosapentaensäure = ungesättigte Fettsäure und wichtig für Blutdruck, Herzfunktion und Sehkraft 

Kupfer = Spurenelement und wichtig für Blutbildung, Zellschutz und Enzymbildung

Mangan = Spurenelement und wichtig für Immunsystem, Wundheilung, Zellschutz und Nerven

Methiodin = Aminosäure und wichtig für die Regeneration von Leber und Niere

Riboflavin = Vitamin B2 und wichtig für die Verwertung von Fett und Kohlenhydraten, Sauerstofftransport 

Thiaminmononitrat = Vitamin B1 und wichtig für Nerven, Herz, Muskeln und Stoffwechsel

Tocopherol = Vitamin E, auch antioxidativ - für Hunde die wichtigste Form ist das RRP-alpha Tocoperol